Eng­lish ver­si­on below

Der Schul­di­rek­tor bit­tet den Schü­ler Amir her­ein und macht ihn auf unzu­rei­chen­de Leis­tun­gen auf­merk­sam. Er müs­se Gas geben, wenn er sei­nen Abschluss schaf­fen will. Danach trifft Amir einen Freund, der ihn auf Unter­stüt­zungs­mög­lich­kei­ten an der Schu­le auf­merk­sam macht. Amir nimmt den Rat dank­bar an.

Die Sze­ne stammt aus einem Rol­len­spiel, das drei Schü­ler und eine Schü­le­rin einer 10ten Klas­se des Alex­an­der-von-Hum­boldt Gym­na­si­ums (AvH) in Bre­men ent­wi­ckelt haben. Die Geschich­te des 15jährigen Afgha­nen Amir, der seit einem Jahr in einem Jugend­heim in Deutsch­land lebt und nach einem Schul­ab­schluss strebt, ist eines von sechs Fall­bei­spie­len, die im Tra­MiS-Pro­jekt an unter­schied­li­chen Schu­len dis­ku­tiert wer­den. Amir ist kei­ne rea­le Per­son, aber es gibt Jugend­li­che in ähn­li­chen Situa­tio­nen wie Amir.

Auch zu der Grup­pe, die das Rol­len­spiel ent­wi­ckelt hat, gehö­ren Jugend­li­che, die erst vor kur­zer Zeit nach Deutsch­land gekom­men sind. Dass die­se Jugend­li­chen in der Sekun­dar­stu­fe einer öffent­li­chen Regel­schu­le das Abitur anstre­ben, ist unge­wöhn­lich. Dass die­se Schu­le ein Gym­na­si­um ist, ist noch unge­wöhn­li­cher. Wer ohne Deutsch­kennt­nis­se im Jugend­al­ter nach Bre­men kommt, erhält in der Regel Deutsch­kur­se im berufs­bil­den­den Sys­tem, das bes­ten­falls in die Aus­bil­dung und zumin­dest in Bre­men nur in unter 1 Pro­zent der Fäl­le in einem Bil­dungs­gang mün­det, der zum Abitur oder Fach­ab­itur führt. Anfang des Jah­res besuch­ten in der Stadt Bre­men 857 Schüler*innen Deutsch­kur­se mit Berufs­ori­en­tie­rung und nur 98 Schüler*innen Vor­kur­se in der Sekun­dar­stu­fe II, dar­un­ter 22 im AvH. Die Zah­len deu­ten dar­auf hin, dass von zehn Neu­en nur eine Per­son auf den Pfad zum Abitur gesetzt wird, obwohl unter ihnen auch vie­le sind, die im Her­kunfts­land auf dem Weg zu einem Schul­ab­schluss waren, der ihnen ein Stu­di­um ermög­licht hät­te.  Das AvH ist das ein­zi­ge Bre­mer Gym­na­si­um, das auch Vor­kur­se für die Ober­stu­fe anbie­tet.

Das Gym­na­si­um ist eine von 12 Koope­ra­ti­ons-Schu­len des Pro­jekts Tra­MiS. Bei einem Schul­be­such konn­ten wir im Juni 2019 mit Eltern, Schüler*innen und Lehr­kräf­ten über ihre eige­nen Erfah­run­gen und über Fall­bei­spie­le trans­na­tio­na­ler Mobi­li­tät spre­chen. Wir – das sind Dita Vogel von der Uni­ver­si­tät Bre­men und Mar­gue­ri­te Lukes vom Inter­na­tio­nals Net­work for Public Schools  in New York. Weil die 20jährige Erfah­rung des AvH, neu Zuge­wan­der­te ohne Deutsch­kennt­nis­se auf dem direk­ten Weg zum Abitur zu füh­ren, auch bun­des­weit Sel­ten­heits­wert haben dürf­te, kon­zen­trie­ren wir uns in die­sem Blog dar­auf.

Das AvH ist wie alle Bre­mer Gym­na­si­en auf 8 Jah­re ange­legt (G8) – das heißt dass die Ober­stu­fe nor­ma­ler­wei­se aus einer Ein­füh­rungs­pha­se in der 10. Klas­se und einer zwei­jäh­ri­gen Qua­li­fi­ka­ti­ons­pha­se in Klas­se 11 und 12 besteht. Neu Zuge­wan­der­te mit gerin­gen oder feh­len­den Deutsch­kennt­nis­sen begin­nen die Ober­stu­fe in Vor­kur­sen mit wach­sen­dem Anteil an sprach­sen­si­blem Fach­un­ter­richt.

Für den Vor­kurs I wer­den Schüler*innen von der Behör­de zuge­wie­sen, z.B. weil sie schon im Her­kunfts­land einen Schul­ab­schluss gemacht haben, der dem Mitt­le­ren Schul­ab­schluss (MSA, auch Real­schul­ab­schluss) ver­gleich­bar ist. Vom Alter her müss­ten sie der 9. bis 11. Klas­se zuge­wie­sen wer­den. In der Ver­gan­gen­heit wur­de ohne beson­de­re Tes­tung auf­ge­nom­men. Inzwi­schen gibt es einen ‚sprachar­men‘ Mathe­ma­tik­test.

  • Im Vor­kurs I ler­nen die Schüler*innen über­wie­gend inten­siv Deutsch als Zweit­spra­che und erhal­ten außer­dem Fach­un­ter­richt in drei Fächern: Poli­tik, Eng­lisch und Sport.
  • Im Vor­kurs II erhal­ten die Schüler*innen Fach­un­ter­richt in einer aus­rei­chen­den Anzahl an Fächern, dass sie die Prü­fun­gen für den MSA able­gen kön­nen – die­ses Jahr Mathe­ma­tik, Eng­lisch, Poli­tik, Geschich­te, Bio­lo­gie, Dar­stel­len­des Spiel und Sport. Sie haben zwar kei­ne Wahl­mög­lich­kei­ten, aber dadurch wird Zeit frei für 12 Unter­richts­stun­den Deutsch als Zweit­spra­che.

Wenn sie danach in die Ein­füh­rungs­pha­se der Ober­stu­fe ein­stei­gen, haben sie nach Aus­sa­gen der Schul­lei­te­rin gute Chan­cen, das Abitur zu errei­chen. Sie sind nur in der Regel etwas älter als ihre in Deutsch­land sozia­li­sier­ten Mitschüler*innen.  Auf die­se Wei­se haben zum Bei­spiel von 11 ehe­ma­li­gen Vorkursschüler*innen, die im Jahr 2015 die Ein­gangs­pha­se begon­nen haben, 4 das Fach­ab­itur (schu­li­scher Anteil) und 6 das Abitur geschafft.

Die Qua­li­fi­ka­ti­on und Moti­va­ti­on der Lehr­kräf­te ist aus Sicht der Schul­lei­te­rin die wich­tigs­te Erfolgs­vor­aus­set­zung für das Modell. Am AvH unter­rich­ten nur voll aus­ge­bil­de­te Lehr­kräf­te in Vor­kur­sen. Für den Deutsch-als-Zweit­spra­che-Unter­richt konn­ten enga­gier­te Leh­re­rin­nen gefun­den wer­den, die in der Anfangs­pha­se auch die wich­tigs­ten Ansprech­part­ne­rin­nen sind.

Die Schüler*innen haben aber von Anfang an auch Fach­un­ter­richt durch Fach­lehr­kräf­te, bei denen sie gleich­zei­tig fach­li­che Inhal­te ler­nen sowie ihren Wort­schatz erwei­tern und ihre Aus­drucks­fä­hig­keit ver­bes­sern. Die­se Fach­lehr­kräf­te mel­den sich frei­wil­lig für den Unter­richt in Vor­kur­sen: „Die bren­nen dafür, dass die Kin­der es schaf­fen.“ Bei der Per­so­nal­aus­wahl der Schu­le wird auf Qua­li­fi­ka­tio­nen zur Unter­rich­tung von Deutsch als Zweit- oder Fremd­spra­che und sprach­sen­si­blem Fach­un­ter­richt beson­ders geach­tet. Rund ein Drit­tel der Lehr­kräf­te unter­rich­ten auch in den Vor­kur­sen der Ober­stu­fe oder der Sekun­dar­stu­fe I und wer­den daher auch im Regel­un­ter­richt nicht davon über­rascht, dass ein gutes Argu­ment auch ein­mal in sto­cken­dem Deutsch vor­ge­tra­gen wird.

Eine ech­te Hür­de, mit der auch das AvH zu kämp­fen hat, ist der Fremd­spra­chen­un­ter­richt. Das fällt uns beson­ders auf, weil die Autorin Mar­gue­ri­te Lukes mit High Schools in den USA arbei­tet. Dort kön­nen die Schüler*innen die Hoch­schul­zu­las­sung errei­chen, ohne eine ein­zi­ge Fremd­spra­che zu ler­nen. In Deutsch­land müs­sen alle Schüler*innen mit Eng­lisch eine inter­na­tio­nal gespro­che­ne Spra­che ler­nen, und für das Abitur müs­sen sie zusätz­lich Kennt­nis­se in einer wei­te­ren Spra­che nach­wei­sen.

Eigent­lich soll­te das für die Vorkursschüler*innen kein Pro­blem sein. Wir durf­ten an einer Vor­stel­lungs­run­de in einem Vor­kurs I der Ober­stu­fe teil­neh­men, indem uns 16 Schü­le­rin­nen und Schü­ler neben ihrem Namen auch die von ihnen gespro­che­nen Spra­chen genannt haben. Nie­mand war dabei, der weni­ger als zwei Spra­chen außer Deutsch spricht. Den­noch wer­den vie­le von ihnen in der Ober­stu­fe eine wei­te­re Spra­che ler­nen müs­sen, weil ihnen der Nach­weis der Sprach­kennt­nis­se nicht leicht gemacht wird.

Wenn sie Fran­zö­sisch spre­chen, kön­nen sie am regu­lä­ren Unter­richt mit in Deutsch­land sozia­li­sier­ten Sprach­ler­nen­den am AvH teil­neh­men und über das Zeug­nis Sprach­kennt­nis­se nach­wei­sen. Für eini­ge ande­re Spra­chen wie z.B. Spa­nisch ist es z.T. mög­lich, dazu am spä­ten Nach­mit­tag einen Kurs an einer ande­ren Schu­le zu besu­chen.

Ansons­ten kön­nen sie im Prin­zip auch durch eine schrift­lich Prü­fung Kennt­nis­se ihrer Her­kunfts­spra­che nach­wei­sen, was bei regel­mä­ßi­gem Schul­be­such im Her­kunfts­land kein Pro­blem sein soll­te. Aller­dings bie­tet Bre­men die Prü­fun­gen nur in weni­gen Spra­chen  an, und eine Prü­fung in einem ande­ren Bun­des­land ist nicht vor­ge­se­hen. So berich­te­te uns einer der Schü­ler, die das Rol­len­spiel zu Amir ent­wi­ckelt haben, dass er in der Ober­stu­fe Spa­nisch dazu­ler­nen muss, weil es kei­ne Her­kunfts­spra­chen­prü­fung für Viet­na­me­sisch gibt und ihm kei­ne Alter­na­ti­ven ermög­licht wur­den.

Das bringt uns zu eini­gen Über­le­gun­gen, die wir nach dem Besuch des Gym­na­si­ums zu beden­ken geben wol­len. Zunächst gibt es Hin­wei­se dar­auf, dass zu weni­ge neu Zuge­wan­der­te auf den Weg zu einem Schul­ab­schluss gebracht wer­den, der ihnen ein Stu­di­um ermög­licht. Es besteht eine gro­ße Wahr­schein­lich­keit, dass damit das intel­lek­tu­el­le Poten­ti­al vie­ler Jugend­li­cher nicht aus­ge­schöpft wird, nur weil sie in einer kri­ti­schen Pha­se ihres Lebens das Land wech­seln muss­ten. Die Erfah­run­gen des AvH zei­gen, dass sich mit päd­ago­gi­scher Kom­pe­tenz, Enga­ge­ment und Fach­un­ter­richt von Anfang an vie­les errei­chen lässt.

Außer­dem wäre es an der Zeit, die Anfor­de­run­gen für das Abitur im Sprach­be­reich zu über­den­ken. Schon die Rede von Anfor­de­run­gen in der 1. und 2. Fremd­spra­che sug­ge­rie­ren, dass jemand mit Unter­richts­spra­che Deutsch auf­ge­wach­sen ist. Wenn jemand für das Abitur als „2. Fremd­spra­che“ eine vier­te Spra­che ler­nen muss, erscheint das absurd. Das Abitur wür­de an Qua­li­tät eher gewin­nen als ver­lie­ren, wenn die Sprach­an­for­de­run­gen in all­ge­mei­ner Form for­mu­liert wür­den, z.B. so: Für das Abitur müs­sen Kennt­nis­se in drei Spra­chen nach­ge­wie­sen wer­den, dar­un­ter Deutsch auf dem Niveau von C1 nach dem Gemein­sa­men Euro­päi­schen Refe­renz­rah­men . Damit wür­de auch den Emp­feh­lun­gen der Euro­päi­schen Uni­on  ent­spro­chen, nach denen jede Per­son außer ihrer Mut­ter­spra­che zwei wei­te­re Spra­chen spre­chen soll­te.

Nicht nur neu Zuge­wan­der­te könn­ten von so einer For­mu­lie­rung pro­fi­tie­ren, son­dern ein gro­ßer Teil der jun­gen Genera­ti­on, die zu Hau­se eine wei­te­re Spra­che spricht. Kennt­nis­se in Deutsch (C2), Eng­lisch (B2) und Latein oder Fran­zö­sisch (A2) soll­ten nicht leich­ter zum Abitur füh­ren als Kennt­nis­se in Deutsch (C1), Eng­lisch (B2) und Ara­bisch oder Viet­na­me­sisch (C2). Ein Rechts­an­spruch auf eine Prü­fung in einer aner­kann­ten Spra­che der eige­nen Wahl wäre ein ers­ter Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung.

Eng­lish ver­si­on

Learning German on the road to university - experiences of a an academic secondary school in Germany

The direc­tor of the school ushers Amir into his office and rai­ses con­cerns about his poor aca­de­mic per­for­mance.  Amir will have to switch into high gear if he is serious about com­ple­ting high school.  Later Amir runs into a fri­end who tells him about aca­de­mic sup­ports that the school offers. Amir is gra­te­ful for the advice.

The sce­ne is from a role play deve­lo­ped by four 10th gra­de stu­dents at the Alex­an­der von Hum­boldt Gym­na­si­um (AvH)– an aca­de­mic secon­da­ry school in Bre­men, Ger­ma­ny. The sto­ry of 15 year old Amir from Afgha­ni­stan who has lived for the past year in a youth shel­ter in Ger­ma­ny and is stri­ving to com­ple­te secon­da­ry school is based on one of six case stu­dies being explo­red at dif­fe­rent schools as part of the Tra­MiS Pro­ject. Alt­hough Amir is a fic­tio­n­al boy, the­re are many immi­grant youth in simi­lar situa­ti­ons.

The group of stu­dents who deve­lo­ped this role play also inclu­des young peop­le who only recent­ly arri­ved in Ger­ma­ny. It is unusu­al to encoun­ter recent­ly arri­ved immi­grant youth in upper secon­da­ry edu­ca­ti­on in Ger­ma­ny. It is even more unusu­al that they are atten­ding a Gym­na­si­um  – a school that aims sole­ly at pre­pa­ring stu­dents for uni­ver­si­ty.

The Bre­men school sys­tem – one of 16 sys­tems in the Federal Repu­blic of Ger­ma­ny

Ger­ma­ny has a sys­tem of gra­ded school lea­ving cer­ti­fi­ca­tes, with the hig­hest creden­ti­als (Abitur) enab­ling gra­dua­tes to go to uni­ver­si­ty. Other types of school lea­ving cer­ti­fi­ca­tes are requi­red for access to occupa­tio­nal trai­ning cour­ses. To make the situa­ti­on even more com­pli­ca­ted, the­se school lea­ving cer­ti­fi­ca­tes are imple­men­ted dif­fer­ent­ly in the 16 Ger­man sta­tes. Howe­ver, all sta­tes have an Inter­me­dia­te School lea­ving cer­ti­fi­ca­te usual­ly after gra­de 10 (cal­led MSA or Real­schul­ab­schluss) and at least one basic school lea­ving cer­ti­fi­ca­te (usual­ly after gra­de 9 or 10 cal­led Haupt­schul­ab­schluss oder Berufs­bil­dungs­rei­fe). The only cer­ti­fi­ca­te that pro­vi­des direct access to uni­ver­si­ty is the Abitur.

In Bre­men, secon­da­ry edu­ca­ti­on takes place in two school types: The Gym­na­si­um is atten­ded from gra­de 5 to 12 and is direc­ted at achie­ving the Abitur. The Ober­schu­le is a track going from gra­de 5 to 10 or 13, lea­ding to all types of school lea­ving cer­ti­fi­ca­te. In gene­ral, the majo­ri­ty of stu­dents at Ober­schu­le are not on a track for the Abitur.

Immi­grant ado­lescents and young adults arri­ving in Bre­men wit­hout Ger­man lan­guage pro­fi­ci­en­cy are usual­ly enrol­led in Ger­man lan­guage clas­ses in voca­tio­nal school tracks lea­ding at best to voca­tio­nal trai­ning cour­ses. 857 new­co­mer stu­dents were enrol­led in Ger­man as a Second Lan­guage (GSL) clas­ses in voca­tio­nal school tracks, but only 98 atten­ded GSL-clas­ses in upper secon­da­ry edu­ca­ti­on on the road to Abitur. Of tho­se 98, 22 stu­dents were enrol­led at AvH-Gym­na­si­um. The­se num­bers reveal that of every ten new immi­grant stu­dents, only one is put on the path to uni­ver­si­ty, alt­hough among them many were aiming at uni­ver­si­ty access in schools in in their home coun­tries. AvH is the only Gym­na­si­um in the city that offers GSL-clas­ses for new immi­grant youth arri­ving at age 15 and older.

This aca­de­mic high school is one of the twel­ve schools par­ti­ci­pa­ting in the Tra­MiS Pro­ject. During a school visit in June 2019, we were able to talk with par­ents, stu­dents, and tea­chers about their expe­ri­en­ces and use case stu­dies to  dis­cuss trans­na­tio­nal mobi­li­ty in schools.  We are Dita Vogel from Uni­ver­si­ty of Bre­men und Mar­gue­ri­te Lukes from Inter­na­tio­nals Net­work for Public Schools in New York. Becau­se it is rare in Ger­ma­ny to find aca­de­mic secon­da­ry schools that enroll new­ly arri­ved immi­grant youth with emer­gent Ger­man pro­fi­ci­en­cy to com­ple­te the Ger­man Abitur, this blog ent­ry will focus on AvH’s 20 years of expe­ri­ence sup­por­ting the­se stu­dents.

At AvH Gym­na­si­um, the upper secon­da­ry level is nor­mal­ly divi­ded into an intro­duc­to­ry year in the 10th gra­de and two qua­li­fi­ca­ti­on years in 11th and 12th gra­de. New­ly immi­gra­ted youth (age 15 and older) are requi­red to com­ple­te two years of GSL-trai­ning, inclu­ding a gro­wing por­ti­on of lin­gu­is­ti­cal­ly repon­si­ve sub­ject mat­ter inst­ruc­tion, befo­re befo­re ent­e­ring the upper secon­da­ry level,.

  • In the first year stu­dents recei­ve pri­ma­ri­ly GSL-inst­ruc­tion and inst­ruc­tion in three sub­jec­ts: Poli­tics, Eng­lish and Phy­si­cal Edu­ca­ti­on (Vor­kurs I).
  • In the second year, stu­dents attend clas­ses in a wide array of con­tent are­as to pre­pa­re them to pass the Inter­me­dia­te School Lea­ving Cer­tif­ca­te (MSA) exam so that they can enter upper secon­da­ry level. This year sub­jec­ts inclu­de Poli­tics, Eng­lish, Math, Histo­ry, Bio­lo­gy, Drama/Acting, and Phy­si­cal Edu­ca­ti­on. In con­trast to stu­dents with Ger­man school care­ers, they have no elec­tive sub­jec­ts so that sche­du­les are desi­gned to lea­ve time for 12 inst­ruc­tio­n­al hours in Ger­man as a Second Lan­guage (Vor­kurs II).

After pas­sing the exam, stu­dents are pro­mo­ted to the intro­duc­to­ry level (Ein­gangs­pha­se) of the upper secon­da­ry track, and then have a very good chan­ce of com­ple­ting their Abitur, accord­ing to the school’s direc­tor. For examp­le, of 11 new immi­grant youth who were pro­mo­ted to the upper secon­da­ry level in 2015 at AvH, 10 recei­ved a school lea­ving cer­ti­fi­ca­te that gives access to uni­ver­si­ty. The new­ly immi­gra­ted youth are on average some­what older than their peers who have been rai­sed in Ger­ma­ny when pas­sing the exams.

Tea­cher qua­li­fi­ca­ti­ons and moti­va­ti­on are key ingre­dients for the suc­cess of this model, accord­ing to the school’s direc­tor. AvH employs only ful­ly cer­ti­fied tea­chers in its GSL clas­ses. High­ly moti­va­ted tea­chers were iden­ti­fied for the GSL cour­ses who also ser­ve as important men­tors and who point per­sons for the tran­si­ti­on to the upper secon­da­ry track.

In addi­ti­on, from the very start stu­dents also take con­tent area clas­ses taught by qua­li­fied sub­ject mat­ter tea­chers who teach them disci­pli­na­ry know­ledge, while simul­ta­ne­ous­ly deve­lo­ping their aca­de­mic lan­guage pro­fi­ci­en­cy in Ger­man. The sub­ject mat­ter tea­chers vol­un­ta­ri­ly choo­se to teach in the GSL cour­ses.  “They so yearn for the stu­dents to suc­ceed,”  the school direc­tor told us. When hiring tea­chers, the school pays spe­cial atten­ti­on to qua­li­fi­ca­ti­ons in inst­ruc­tion in GSL or Ger­man as a For­eign Lan­guage and lin­gu­is­ti­cal­ly respon­si­ve sub­ject area tea­ching.  About one-third of facul­ty at AvH teach sub­jec­ts in GSL-clas­ses and as a result are not sur­pri­sed when a well-rea­so­ned argu­ment is pre­sen­ted in some­what hal­ting Ger­man.

A signi­fi­cant chal­len­ge faced by schools inclu­ding AvH is for­eign lan­guage inst­ruc­tion and gra­dua­ti­on requi­re­ments. This chal­len­ge stands out to us becau­se aut­hor Mar­gue­ri­te Lukes works with high schools in the USA, whe­re Eng­lish pro­fi­ci­ent stu­dents can con­ceiva­b­ly com­ple­te their High School diplo­ma wit­hout lear­ning a for­eign lan­guage. In Ger­ma­ny, in con­trast, all stu­dents are requi­red to demons­tra­te pro­fi­ci­en­cy in Eng­lish, and tho­se who take Abitur have to demons­tra­te pro­fi­ci­en­cy in an addi­tio­nal lan­guage.

In theo­ry, the­se requi­re­ments should not pre­sent a chal­len­ge for stu­dents in GSL clas­ses.  In a round of intro­duc­tions with stu­dents from such a class, 16 stu­dents sha­red their name and the lan­guages they spo­ke. Among them was not a sin­gle stu­dent who spo­ke fewer than two lan­guages other than Ger­man. In prac­tice, many of them will be requi­red to learn at least one addi­tio­nal lan­guage becau­se pro­of of their exis­ting lan­guage pro­fi­ci­en­cy is not suf­fi­ci­ent­ly faci­li­ta­ted by exis­ting regu­la­ti­ons.

If any of the­se stu­dents hap­pen to be French speakers, then they could take regu­lar French for­eign lan­guage clas­ses with Ger­man-rai­sed stu­dents at AvH and in that way demons­tra­te their lan­guage pro­fi­ci­en­cy. For a few other lan­guages, such as Spa­nish, it is also pos­si­ble to take a for­eign lan­guage class at ano­t­her school in the after­noon after regu­lar clas­ses.

Other­wi­se, in princip­le, the­se stu­dents are able to demons­tra­te pro­fi­ci­en­cy in the home lan­guage through a writ­ten test, some­thing that should be strai­ght­for­ward if they atten­ded school regu­lar­ly in their home coun­try pri­or to emi­gra­ting.  Yet Bre­men offers the­se lan­guage pro­fi­ci­en­cy test opti­ons in very few lan­guages, and it is not pos­si­ble to sit for a lan­guage pro­fi­ci­en­cy test in ano­t­her Ger­man sta­te.  One of the stu­dents who deve­lo­ped the Amir role play sha­red that he had to learn Spa­nish as a “second for­eign” lan­guage (after Ger­man and Eng­lish) becau­se Viet­na­me­se tes­ting opti­ons were not avail­ab­le in Bre­men and no alter­na­ti­ve was open to him.

This leads us to one of the con­si­de­ra­ti­ons we would like to sha­re after the visit to AvH.  First is the indi­ca­ti­on that too few new­ly immi­gra­ted youth are direc­ted toward an edu­ca­tio­nal pathway that leads to a uni­ver­si­ty. It is high­ly pro­bable that the intel­lec­tu­al poten­ti­al of many immi­grant youth is squan­de­red only becau­se they were forced to migra­te during a cri­ti­cal time in their youth. The expe­ri­ence at AvH demons­tra­tes that a gre­at deal can be achie­ved with pedago­gi­cal com­pe­tence, enga­ge­ment and sub­ject area tea­ching from the very first day of school. 

In addi­ti­on, it may be time to recon­si­der the lan­guage pro­fi­ci­en­cy requi­re­ments for the Abitur diplo­ma. Exis­ting requi­re­ments for “first” and “second” for­eign lan­guage pro­fi­ci­en­cy are desi­gned with the assump­ti­on that stu­dents’ first lan­guage of inst­ruc­tion throughout their life has been Ger­man. It seems absurd to igno­re stu­dents’ home lan­guage pro­fi­ci­en­cy and to requi­re them ins­tead to deve­lop pro­fi­ci­en­cy in a fourth lan­guage. The upper secon­da­ry school creden­ti­al Abitur would gain rather than lose in qua­li­ty by arti­cu­la­ting lan­guage requi­re­ments in a gene­ral for­mat, for examp­le: to com­ple­te the Abitur suc­cess­ful­ly, stu­dents must be able to demons­tra­te pro­fi­ci­en­cy in three lan­guages, inclu­ding Ger­man with the level of C1 using the Com­mon European Frame­work of Refe­rence (CEFR). Such a for­mu­la­ti­on cor­re­sponds to the European Uni­on recom­men­da­ti­ons that each per­son should deve­lop pro­fi­ci­en­cy in two lan­guages in addi­ti­on to their home lan­guage.

Not only new­ly arri­ved immi­grant youth, but also a signi­fi­cant por­ti­on of the next genera­ti­on who speak a lan­guage other than Ger­man at home could bene­fit from this per­spec­tive. Pro­fi­ci­en­cy in Ger­man (C2), Eng­lish (B2) and Latin or French (A2) are gene­ral­ly accep­ted for Abitur, and it should be equal­ly pos­si­ble to reach Abitur with pro­fi­ci­en­cy in Ger­man (C1), Eng­lish (B2) and Ara­bic or Viet­na­me­se (C2). The legal right to com­ple­te a lan­guage pro­fi­ci­en­cy exam in a known lan­guage of the stu­dents’ choice would be a first step in the right direc­tion.